OFFENE WELTEN

OFFENE WELTEN

Omer Fast

Ab September 2023

Einatmen, Ausatmen

DOMESTICITY

Das nächste Projekt der Ausstellungsreihe ist ab 4. Februar zu sehen: LIGUSTRUM von Esteban Pérez sorgt auf eigenwillige Art und Weise für mehr Lebendigkeit in der HafenCity.

Aktuell am Kiosk

In seiner aktuellen Ausgabe porträtiert DER HAMBURGER Ellen Blumenstein – die Rubrik Populär stellt Menschen und Projekte vor, die der Stadt ein Gesicht geben. Zu lesen exklusiv in unserem Pressebereich.

AUSSTELLUNG, PERFORMANCE, PODCAST

Facts & Figures

2017 durch die HafenCity Hamburg GmbH initiiert, startete das experimentelle Kulturprogramm mit der Berufung von Ellen Blumenstein als HafenCity Kuratorin. Seit 2018 firmieren wir als IMAGINE THE CITY und werden durch den unabhängigen und gemeinnützigen Verein Kunst und Kultur in der HafenCity getragen. Bislang haben wir über 20 Projekte mit fast 100 Beteiligten realisiert, mit acht Kulturinstitutionen kooperiert und mehr als drei Millionen Euro eingeworben.

FUNKFAHRRAD

© Wilhelm Wolf, FAHRRAD UND RADFAHRER, Leipzig, 1890
© Wilhelm Wolf, FAHRRAD UND RADFAHRER, Leipzig, 1890

Das mobile Kultur-Einsatzfahrzeug kann Podcasts direkt auf der Straße aufnehmen oder senden, Diskussionen an öffentlichen Orten abhalten, Karaoke-Wettbewerbe und Filmstreamings genehmigungsfrei veranstalten. Und: Sie können das Fahrrad für eigene Projekte kostenlos ausleihen!

denk.mal Hannoverscher Bahnhof im Lohsepark

2021 drehte sich bei uns alles um das „Tor zur Welt“: In sieben Gesprächen ermittelte die Historikerin Sandra Schürmann, wie das Hamburger Selbstbild in der HafenCity sichtbar wird. In dieser Podcast Episode zum Beispiel geht es um die Frage, wie Erinnerung räumlich lebendig gehalten werden kann und wie wichtig dafür ‚authentische‘ Zeugnisse sind.

Zu hören auf Apple Podcasts oder Spotify.

The City Imagined mit/with

Die Buchreihe dokumentiert unsere Arbeit in der HafenCity. Bestellen Sie hier kostenlos eines der vier ausführlichen Gespräche Mit Terence Koh, Julius von Bismarck, Benjamin Maus & Richard Wilhelmer, Liz Magic Laser & Dafna Maimon sowie Gerrit Frohne-Brinkmann über die besondere Erfahrung, Kunst im urbanen Gefüge zu entwickeln!

ITC-Newsletter

Verpassen Sie keine unserer Aktivitäten – tragen Sie sich hier ein!

IMAGINE THE CITY entwickelt neue Formate an der Schnittstelle von Kultur und Stadtplanung in der HafenCity. Wir integrieren künstlerische Perspektiven exemplarisch in die Hamburger Stadtentwicklung und kooperieren international mit Gleichgesinnten aus allen Teilen der Gesellschaft. So tragen wir praktisch und diskursiv dazu bei, die Zukunft unserer Städte lebendig, gerecht und solidarisch zu gestalten.

THE GATE Editionen

© Eduardo Basualdo, Sonámbula
© Eduardo Basualdo, Sonámbula

Suchen Sie noch Weihnachtsgeschenke und/oder wollen Künstler:innen unterstützen? Dann kaufen Sie doch ein Kunstwerk von Marlon de Azambuja, Eduardo Basualdo, Marc Bijl, Camillo Ritter oder Svenja Björg Wassil! Schreiben Sie uns für eine Liste mit verfügbaren Arbeiten.

Interaktive Kultur im Stadtraum

© Sansho Studio
© Sansho Studio

Bauen Sie Ihre eigene App: Im kommenden Jahr geht unser webbasiertes Redaktionssystem INTERKIT online, mit dem bekannte Features wie AR, Player, Chat, Archiv und Karte beliebig untereinander verknüpft werden können. Wählen Sie einfach aus, was Sie brauchen oder programmieren Sie Erweiterungen selbst; die Open Source Toolbox ist für alle nichtkommerziellen Nutzungen kostenlos! 

Aus dem Archiv

Schlafen Sie schlecht? – Dann suchen Sie sich in unserem YouTube-Archiv ein passendes Wiegenlied aus: Die Performance HUSH von Liz Magic Laser und Dafna Maimon im Herbst 2021 wappnete jede:n Teilnehmenden gegen ganz persönliche Zukunftsängste.
Im Gegenzug teilen diese ihre individuelle Rückversicherung mit allen Bedürftigen.

Nachricht von SAM

Der manipulative Bot von Florence Jung folgt Nutzenden durch ihren Tag und kommuniziert mit ihnen über eine Handy App. Das letzte Teilprojekt unseres Digitalverbunds OFFENE WELTEN läuft bis Februar 2023 im MGKSiegen – und überall online: Jetzt im App Store oder bei Google Play.

Unser liebster Videotrailer

Mit zwei befreundeten Künstlern hat Gerrit Frohne-Brinkmann sein eigenes BACKDROP-Road Movie gedreht, um unserem Publikum den Weg zum Werk zu zeigen.
Kurzerhand verlegten die drei die berühmte Vorlage C'était un rendez-vous von Claude Lelouch (1976) aus Paris in die HafenCity: ein eigenes kleines Kunstwerk.

Räume zum Träumen

Unser aktuelles Podcast Feature über das letzte unverplante Areal der HafenCity versammelt ehrgeizige, versponnene und visionäre Ideen für eines der teuersten Grundstücke des Stadtteils.
Hören Sie auf Apple Podcasts oder Spotify, was Annika Kahrs, Hadi Teherani und vielen mehr zu diesem besonderen „Lost Place“ an der Elbe einfällt.

Neues Hauptquartier

Besuchen Sie uns an der Coffee Plaza: Ab 1. Januar finden Sie uns unter neuer Adresse mit eigener Terrasse direkt am Sandtorpark.

Neues Feature: Unser Magazin

Für unsere überarbeitete Website haben wir eine neue Kategorie entwickelt: Im Magazin veröffentlichen wir regelmäßig exklusive und / oder besondere Texte, die mit der Macht der Sprache Bilder von Städten entwerfen. Aus allen Zeiten und von überall auf der Welt.

Mit dem Bus zur Kunst

DOMESTICITY

Unsere Ausstellungsreihe bespielt eine Vitrine der Haltestelle vor dem PIERDREI Hotel am Sandtorkai. Bis zum 15. Januar 2023 begegnen Sie dort Saray Purtos Getüm HAUS WANDERER aus ausrangierten, mit weißer Farbe übergossenen Möbeln.

Foto-Wissen auf Telegram

DIE UNSICHTBARE HAND taucht mit Videos, Chats und Comics tief in die Geschichte und Theorie der Fotografie ein. Als virtueller Begleiter der 8. Triennale der Photographie haben wir das Festivalmotto Currency im Sommer 2022 gezielt auf den Hamburger Stadtraum bezogen.
Der Kanal bleibt dauerhaft zugänglich und lohnt auch ohne Ausstellung!

Smiley über der Stadt

Prominenter Text über unser erstes Projekt PUBLIC FACE: Im März 2020 erschien in der Architektur- und Urbanismus-Zeitschrift Arch+ eine ausführliche Analyse. Lesen Sie direkt online.

Geschichte, Technologie, Infrastruktur

Filter Ausstellung, Performance, Podcast, Gedrucktes, Interaktion, Immersion, Skulptur, Klang, Geschichte, Vertiefung, Kurzweiliges, Bühne, Technologie, Veranstaltung, Schwelle, Draußen, Erzählung, Handel, Infrastruktur, Erkunden, Kooperation,

OFFENE WELTEN

Omer Fast, ABENDLAND, 2022, Film Still, © Filmgalerie 451

Omer Fast
Ab September 2023

DOMESTICITY 2: HAUS WANDERER

Saray Purto
15. September 2022–15. Januar 2023

BEE CHAPEL HAFENCITY

Die Kapelle auf dem Ökumenischen Forum HafenCity, © Laura Léglise

Terence Koh
Ab Frühjahr 2023

FUNKFAHRRAD

Stephan Farfler, Muskelwagen, 1665

Javier Acevedo, Theresa Michel, Jonas Wietelmann
Ab 2023

HOW TO LIVE IN THE ECHO OF OTHER PLACES

© Cansu Naz Tekir

Annika Kahrs
1. Juni–4. September 2022

STIMMEN DER STADT 1: BAAKENHÖFT

Theresa Michel
Online

DOMESTICITY 1: RUBIA Y MORENA

© Cansu Naz Tekir

Kristina Kröger
16. Juni–15. August 2022

DIE UNSICHTBARE HAND

© Frank Höhne

Ellen Blumenstein, Harriet von Froreich, Theresa Michel, Cansu Naz Tekir
18. Mai–15. Juli 2022

THE CITY IMAGINED WITH/MIT

© IMAGINE THE CITY

Ellen Blumenstein (Hg.)
2019–2022

AN DER SCHWELLE ZUR WEISHEIT

Daniel Tyradellis
Online

BEDFORM

© Laura Léglise

Kapwani Kiwanga
1. Juni–31. Dezember 2021

STADT IM FLUSS

Sandra Schürmann
Online

HUSH. DIE RÜCKVERSICHERER

© Liz Magic Laser, Dafna Maimon

Liz Magic Laser und Dafna Maimon
16.–19., 23.–26. September 2021

THE GATE. KUNSTSPAZIERGANG

Marlon de Azambuja, THE CAVE, © Laura Léglise

Kuratiert von Ellen Blumenstein, Mona Hermann
1. Juni–31. Oktober 2021

THE GATE. AUDIOTHEK

Dennis Rudolph, THE PORTAL HAFENCITY, © Laura Léglise

Kuratiert von Ellen Blumenstein, Theresa Michel
Online

BOTBOOT

© Laura Biermann-Fireck

Sebastian Quack
19. August 2020–21. Dezember 2021

BACKDROP

© Volker Renner

Gerrit Frohne-Brinkmann
17. April 2020–11. April 2021

TISCHGESPRÄCHE

© IMAGINE THE CITY

Liz Magic Laser und Dafna Maimon, Playful Commons
19. Dezember 2019, 5. Februar 2020

PUBLIC FACE

© Carsten Dammann

Julius von Bismarck, Benjamin Maus, Richard Wilhelmer
23. November 2018–27. September 2020

IMAGINE THE CITY & FRIENDS #2

© Florence Rist

Kuratiert von Cornelius Altmann
25. Juli 2019

IMAGINE THE CITY & FRIENDS #1

© Ayna Steigerwald

HAFENLESUNG GOES SEUTE DEERN
4. Juli 2019

BORDKIOSK SURPRISE

© IMAGINE THE CITY

Kuratiert von Raphael Dillhoff und Nina Groß
11. Juli 2018–29. August 2018

aus Marc Bijl: THE WORKS. 1984 : 2084
Jap Sam Books Amsterdam (erscheint demnächst)

Kapitel 1/5

THE GATES

Frauen, Gewalt und die HafenCity

Ellen Blumenstein

Erstveröffentlichung: Burton’s Gentleman’s Magazine, 1840.

Aus: Theodor Etzel (Hg.), Verbrechergeschichten, Propyläen-Verlag, Berlin, 1921. 

Der Mann der Menge

Erster Teil

Edgar Allen Poe

ADRESSE

IMAGINE THE CITY
Am Sandtorpark 2 
20457 Hamburg 
Phone 040 883 536 58 
info@imaginethecity.de

Telefonisch sind wir ab Mitte Januar 2023 wieder erreichbar. Nehmen Sie gerne per Mail Kontakt mit uns auf.

PRESSE 

Für Presseanfragen wenden Sie sich bitte an info@imaginethecity.de.

In unserem Pressebereich finden Sie aktuelles Pressematerial zum Download

© Jan Northoff
© Jan Northoff

Aktuell im Magazin DER HAMBURGER: ein Porträt über IMAGINE THE CITY.

© Helge Mundt
© Helge Mundt

Das Hamburger Abendblatt featured Annika Kahrs’ Installation im alten Hafenspeicher.

© Thomas Hampel
© Thomas Hampel

DER SPIEGEL-Interview mit Terence Koh über seine BEE CHAPEL HAFENCITY.

© Thomas Hampel
© Thomas Hampel

Das PUBLIC FACE verstehen: in-Depth Analyse in der Arch+.

© Laura Biermann-Fireck
© Laura Biermann-Fireck

Das BOTBOOT im Praxistest des ADAC Reisemagazins.
Erschienen in der Ausgabe Nr. 181.

WER WIR SIND

2017 durch die größte Hamburger Entwicklungsgesellschaft, HafenCity Hamburg GmbH (HCH), initiiert, startete das experimentelle Kulturprogramm mit der Berufung von Ellen Blumenstein zur HafenCity Kuratorin. Im folgenden Jahr wandelte sie die Position in das weniger an ihrer Person als an den inhaltlichen Aufgaben orientierte Projekt IMAGINE THE CITY um, das durch den unabhängigen und gemeinnützigen Verein Kunst und Kultur in der HafenCity getragen wird. Die HCH sichert die Grundfinanzierung in der Pilotphase und ist darüber hinaus im Vereinsvorstand vertreten, um eine unkomplizierte Abstimmung der Projekte zu ermöglichen. Ein erheblicher Teil des benötigten Budgets wird durch die Akquise von Drittmitteln gesichert. Seit 2017 haben wir über 20 Projekte mit 55 Beteiligten realisiert, mit 8 Kulturinstitutionen kooperiert und mehr als 3 Millionen Euro eingeworben.

WAS WIR MACHEN

IMAGINE THE CITY entwickelt neue Formate an der Schnittstelle von Kultur und Stadtplanung. Wir integrieren künstlerische Perspektiven exemplarisch in die städtischen Vorhaben der HCH und kooperieren gleichzeitig international mit Gleichgesinnten aus allen Teilen der Gesellschaft. Wir betrachten Stadt aus Nutzer:innenperspektive und ermöglichen Begegnungen mit, in der und durch die gebaute Umwelt, um gemeinsam gesellschaftliche Erwartungen an Kultur neu zu formulieren. Damit zielen wir auf einen Aspekt von Stadt, den die Planung nicht ‚planen‘ kann: informellen, narrativ und imaginär aufgeladenen Raum. So tragen wir praktisch und diskursiv dazu bei, die Zukunft unserer Städte lebendig, gerecht und solidarisch zu gestalten.

WO SIE UNS FINDEN

Ab Januar 2023 bezieht IMAGINE THE CITY ein neues Hauptquartier an der Coffee Plaza in der HafenCity. Aus dem dreiseitig einsehbaren Ladenlokal interagieren wir unmittelbar mit dem Außenraum und aktivieren den Standort für Nachbar:innen, Kulturschaffende und andere Interessierte, sei es durch Performances, Filmabende, Vorträge oder Workshops. Die Veranstaltungen richten sich an alle, die in Städten leben und Lust haben, scheinbar Unverbundenes zusammen zu denken, eigene blinde Flecke aufzuspüren und so Bilder beziehungsweise Vorstellungen einer Stadt mitzuentwickeln, in der wir leben wollen.

WAS UNS AUSMACHT

Unsere Arbeit knüpft an ein breites Spektrum kultureller Initiativen an, die früh in die HafenCity Entwicklung integriert wurden, etwa die Gründung des Kultur Quartiers Oberhafen, die Ansiedlung mehrerer Festivals, sowie die Förderung temporärer und/oder subkultureller Nutzungskonzepte. Gleichzeitig geht IMAGINE THE CITY über bisherige Ansätze hinaus, indem wir erstmals systematisch, langfristig, projekt- und genreübergreifend bewusst dort aktiv werden, wo die Weichen für künftiges Zusammenleben gestellt werden: in städtischen Entwicklungsarealen. Diese Ausrichtung erfordert neue Konzepte, neue Allianzen und neue Infrastrukturen, die zwischen Kultur und Stadtentwicklung, Akteur:innen und Auftraggeber:innen, Repräsentation und Aktivismus vermitteln.

JOBS 

Wir suchen regelmäßig Praktikant:innen. Initiativbewerbungen gerne an: info@imaginethecity.de 

TEAM 

DIREKTORIN (in Elternzeit)
Ellen Blumenstein 
blumenstein@imaginethecity.de

Stets auf der Suche nach neuen Formaten, die kulturelle Fragen an eine diverse Öffentlichkeit vermitteln, ist Ellen dem Auftrag, Kultur und Stadtentwicklung für Hamburg zusammen zu denken, konsequent verpflichtet. Parallel ist sie assoziierte Kuratorin im Spreepark Berlin und betreut bis 2023 das Reallabor Kunst im öffentlichen Raum an der Hochschule für Künste in Bremen.

BÜRO- UND PROJEKTLEITER
Jonas Wietelmann 
wietelmann@imaginethecity.de 

Jonas ist im Frühjahr 2022 von Dresden nach Hamburg gewechselt, um die Infrastruktur von IMAGINE THE CITY auf Vordermann zu bringen. Er verwandelt interessante Konzepte in umsetzbare Projekte, kümmert sich um das Fundraising und vernetzt uns weit über die Grenzen Hamburgs hinaus. Sein inhaltlicher Fokus liegt auf digitalen Strategien und Kunstvermittlungstechnologien. 

KURATORIN
Theresa Michel 
michel@imaginethecity.de

Theresa ist seit 2019 Mitglied im künstlerischen Team von IMAGINE THE CITY, wo sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Co-Kuratorin drei Jahre lang schwerpunktmäßig zur Hamburger- und Handelsgeschichte gearbeitet sowie digitale Formate mitentwickelt hat. Seit 2022 übernimmt sie kuratorische Verantwortung und ist erste Ansprechpartnerin für Projekt- und Formatideen, Kooperationen – und Titelfindung. 

BÜRO MANAGERIN
Lea-Elisa Jüttner 
juettner@imaginethecity.de 
 
Lea macht seit Herbst 2022 einen Master in Urban Design an der HafenCity Universität, wo sie Umnutzungsstrategien, urbane Begegnungsräume und Kulturformate jenseits klassischer Institutionen entwickelt. Neben Büromanagement bringt sie ihre Erfahrungen aus dem Denkmalschutzamt Hamburg und als Vermittlerin auf der documenta 15 auch in die Programmarbeit von IMAGINE THE CITY ein.

PRAKTIKANTIN
Nele Nithack 
nithack@imaginethecity.de 

Nele studiert Kultur der Metropole an der HafenCity Universität und absolviert ihr Praxissemester bei IMAGINE THE CITY. Auf unser Programm ist sie während der Corona Pandemie gestoßen, als sie nach Kulturangeboten jenseits der notgedrungen geschlossenen Institutionen suchte. Sie arbeitet eng mit Theresa an kommenden Projekten und unterstützt Lea bei der Pflege der Büroinfrastruktur.   

BUCHHALTUNG UND VERWALTUNG 
Anke Hollmann 
info@imaginethecity.de 

ART DIRECTION UND DESIGN 
Timm Häneke 
timmhaeneke.de 
Tobias Röttger 
stahl-r.de 

WEB-DEVELOPMENT 
Stefan Wunderwald 
src.plus 

 

Die Website wurde gefördert im Rahmen von KULTUR.GEMEIN­SCHAFTEN. Das Programm wird aus Mitteln des Rettungs- und Zukunftspakets NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie von der Kulturstiftung der Länder finanziert.

 

Ce grand malheur, de ne pouvoir être seul.
La Bruyère

Es war nicht schlecht, dies „Es lässt sich nicht lesen“, was man von einem gewissen deutschen Buche sagte. Es gibt Geheimnisse, die nicht gestatten, dass man sie ausspricht. Menschen sterben nachts in ihren Betten, pressen die Hände gespenstischer Beichtväter, blicken ihnen Erbarmen suchend ins Auge – sterben mit verzweifelndem Herzen und gekrampfter Kehle, denn die entsetzlichen Geheimnisse, die nicht dulden, dass man sie enthüllt, erdrücken sie. Ach, hie und da nimmt das Gewissen der Menschen eine Last auf, die so entsetzlich ist in ihrer Schwere, dass sie nicht früher abgeworfen werden kann als im Grabe. Und so wird das innerste Wesen des Verbrechens nie offenbart.

© Harry Clarke, 1923
© Harry Clarke, 1923

Vor nicht allzu langer Zeit saß ich an einem Herbstabend an dem großen Bogenfenster des D...schen Kaffeehauses in London. Ich war einige Monate krank gewesen, nun aber auf dem Wege der Besserung, und je mehr meine Kräfte zurückkehrten, desto glücklicher wurde meine Stimmung, die man als das Gegenteil von Langeweile bezeichnen konnte; es war ein Zustand voll inneren Aufmerkens, voll heftiger Begier nach Neuem, es war mir gewissermaßen, als blicke mein geistiges Auge zum ersten Mal frei und unverschleiert – das ἀχλὺς ὁς πρὶν ἐπῆεν –, und der angespannte Intellekt überragt dann so sehr seinen gewöhnlichen Zustand wie der feurige und doch aufrichtige Verstand eines Leibniz die tolle und haltlose Beredsamkeit eines Gorgias. Nur zu atmen war schon Freude, und selbst aus den Quellen des Schmerzes wusste ich Genuss zu schöpfen. Ich nahm an allem ein stilles, doch eindringliches Interesse. Eine Zigarre im Mund und eine Zeitung auf den Knien, hatte ich mich den Nachmittag über damit unterhalten, in die Zeitung zu blicken oder die anderen Gäste zu beobachten oder durch die rauchgetrübten Scheiben auf die Straße zu schauen.

Diese Straße, eine der Hauptverkehrsadern der Stadt, war schon den ganzen Tag über sehr belebt gewesen; aber mit zunehmender Dämmerung wuchs die Menge der Passanten noch von Minute zu Minute, und als die Laternen angezündet wurden, wogte unaufhörlich nach beiden Richtungen ein dichter Menschenstrom vorüber. Noch nie vorher hatte ich mich zu dieser Tageszeit in einer ähnlichen Lage befunden, und das stürmende Menschenheer da draußen gab mir seltsam neue, berauschende Gefühle. Bald kümmerte ich mich gar nicht mehr um das, was drinnen vorging, sondern vertiefte mich ganz in die Betrachtung des Straßengewoges.

Meine Beobachtungen waren zunächst ganz allgemeiner Art. Ich sah die Passanten nur als Gruppen und stellte mir ihre Beziehungen zueinander vor. Bald jedoch ging ich zu Einzelheiten über und prüfte mit eingehendem Interesse die zahllosen Verschiedenheiten in Gestalt, Kleidung, Haltung und Mienenspiel.

Die meisten der Vorübergehenden hatten ein zufriedenes Aussehen, wie Geschäftsleute, und schienen nur daran zu denken, sich einen Weg durchs Gedränge zu bahnen. Ihre Brauen waren gerunzelt, und ihre Augen blickten lebhaft umher. Wurden sie von anderen gestoßen, so zeigten sie keine Ungeduld, sondern brachten ihren Anzug wieder in Ordnung und eilten weiter. Andere – und auch sie waren sehr zahlreich – hatten hastige Bewegungen und gerötete Gesichter; sie gestikulierten und sprachen mit sich selbst, als fühlten sie sich inmitten des Getriebes in größter Einsamkeit. Wurden sie am Weitergehen verhindert, so hielten sie plötzlich mit Murmeln inne, verdoppelten aber ihre Gestikulation und ließen mit abwesendem und müdem Lächeln die Andrängenden vorüber. Wenn einer gegen sie anrannte, so verneigten sie sich viele Male und schienen von Verlegenheit überwältigt. Außer dem Ebenerwähnten hatten diese beiden großen Gruppen nichts Bemerkenswertes. Ihre Kleidung entsprach der, die man nicht ohne Ironie die „anständige“ genannt hat. Es waren unzweifelhaft Adlige, Kaufleute, Anwälte, Börsenleute – Patrizier und Allerweltsleute – müßige und tätige Menschen, die ihre eigenen Wege gingen und selbständig Geschäfte machten. Sie nahmen meine Aufmerksamkeit nicht weiter in Anspruch.

© Faksimile, Burton's Gentleman's Magazine, 1840
© Faksimile, Burton's Gentleman's Magazine, 1840

Die Klasse der Angestellten war leicht zu überblicken, und ich konnte sie in zwei Gruppen einteilen. Da waren die jüngeren Leute von schnell emporgeblühten, aber unsicheren Geschäftshäusern, junge Männer mit enganliegenden Röcken, glänzenden Schuhen, pomadisiertem Haar und hochnäsigem Ausdruck. Abgesehen von einer gewissen Diensteifrigkeit, die sie nicht verleugnen konnten und die man füglich die „Schreiberseele“ nennen könnte, erschienen mir diese Leute als die vollkommene Nachahmung dessen, was vor zwölf bis achtzehn Monaten ‚bon ton‘ gewesen war. Sie hatten ganz die abgelegten Manieren der ersten Gesellschaftskreise, und das, glaube ich, ist am bezeichnendsten für diese Gruppe.

Die Gruppe der höheren Angestellten solider Firmen war ebenso wenig zu verkennen. Man erkannte sie an ihren schwarzen oder braunen Röcken und Beinkleidern, die stets bequem saßen, an ihren weißen Westen und Krawatten, den breiten derben Schuhen und groben Strümpfen oder Gamaschen. Sie hatten alle schon einen Ansatz von Glatze, und ihr rechtes Ohr, das schon so viele Jahre die Feder getragen, hatte die komische Gewohnheit, weit abzustehen. Ich bemerkte, dass sie stets mit beiden Händen an ihren Hüten rückten und Uhren trugen, die an kurzen goldenen Ketten von plumper altmodischer Form hingen. Sie hatten ein etwas gekünstelt ehrbares Auftreten, wenn Ehrbarkeit überhaupt gekünstelt sein kann.

Ferner gab es viele entschlossen und kühn aussehende Gestalten, die ich mühelos als zur Zunft der Taschendiebe gehörig erkannte, von der alle Großstädte heimgesucht werden. Ich beobachtete diese Herren sehr genau und konnte mir kaum vorstellen, wie sie von wirklich vornehmen Leuten jemals für ihresgleichen gehalten werden könnten. Die Weite ihrer Manschetten und ein gewisser übertriebener Freimut mussten sie sogleich verraten.

Die Spieler, von denen ich nicht wenige entdeckte, waren noch leichter herauszufinden. Sie trugen die verschiedenste Kleidung, von der des tollkühnen Taschenspielers mit Samtweste, phantastischem Halstuch, goldenen Ketten und Filigranknöpfen bis zu der des sorgfältig gekleideten Geistlichen, denn gerade dies Gewand erregt am wenigsten Verdacht. Sie alle zeichneten sich durch eine gewisse dunkle Gesichtsfarbe, ein mattes Auge und bleiche, zusammengekniffene Lippen aus. Und noch zwei andere Merkmale waren es, an denen ich sie erkennen konnte; sie sprachen stets in gesucht leisem Ton und hielten den Daumen rechtwinklig zur Hand weit abgestreckt. Oft sah ich in Gesellschaft dieser Gauner eine Klasse von Leuten mit etwas anderem Gebaren, die aber dennoch Vögel derselben Gattung waren. Man könnte sie die Herren nennen, die von ihren Witzen leben. Sie scheinen in zwei Bataillonen auf Beute auszuziehen: als Stutzer und als Militärs. Die Hauptkennzeichen der ersten Art sind langes Haar und Lächeln, die der zweiten schnürenbesetzte Röcke und Stirnrunzeln.

Weiter herabsteigend auf der Stufenleiter der menschlichen Gesellschaft, fand ich dunklere und schwierigere Aufgaben zum Analysieren. Ich sah jüdische Hausierer mit Falkenaugen, die aus Gesichtern blitzten, in denen alles andere nur das Gepräge kriechender Demut trug; freche, gewerbsmäßige Bettler, die mit scheelen Blicken jene Genossen besseren Schlages musterten, die nur Verzweiflung, Mitleid heischend, in die Nacht getrieben: gebrechliche, gespenstisch dürre Gestalten, auf die der Tod schon seine schwere Hand gelegt, die kraftlos daherschwankten und jedermann flehend ins Antlitz blickten, als suchten sie einen Trost, eine verlorene Hoffnung; bescheidene junge Mädchen, die von langer Arbeit in ihr freudloses Heim zurückkehrten und eher mit tränenvollem Blick als mit Entrüstung den frechen Augen der Wüstlinge auswichen, mit denen im Gedränge selbst eine Berührung nicht zu vermeiden war; Dirnen aller Art und jeden Alters: die unvergleichliche Schönheit in der Blüte ihrer Weiblichkeit, die an die Statue erinnert, von der Lukian berichtet, dass sie außen aus köstlichem parischen Marmor, innen aber mit Kot gefüllt war – das ekelhafte, ganz verkommene Weib in Lumpen – die runzlige, juwelengeschmückte, mit Schminke überkleisterte alte Vettel, die eine letzte Anstrengung macht, jugendlich zu erscheinen – das noch ganz unentwickelte Kind, das aber, durch lange Beobachtung in allen Künsten der Koketterie erfahren, vor Ehrgeiz brennt, den älteren Schwestern im Laster gleichzukommen; Trunkenbolde, zahllos und nicht zu beschreiben; manche in Flicken und Lumpen, mit verglasten Augen und blödem Schwatzen dahertaumelnd – manche in ganzen, wenngleich schmierigen Kleidern, mit unsicher schwankendem Schritt, dicken sinnlichen Lippen und dreist blickenden, rot gedunsenen Gesichtern – andere, deren Anzügen man ansah, dass sie aus gutem Stoff und selbst jetzt noch gebürstet waren, Leute, deren Schritt übertrieben fest und elastisch, deren Antlitz jedoch erschreckend bleich war, deren rote Augen abstoßend wild blickten und die, wie sie sich da durch die Menge hindurchschoben, mit zitternden Fingern nach allem tasteten, was in ihren Bereich kam.

Je mehr die Nacht hereinbrach, desto mehr steigerte sich auch mein Interesse an der Szene, denn nicht nur änderte sich der allgemeine Charakter der Dinge (die milden Züge verschwanden im gleichen Maße, in dem sich der bessere Teil der Leute zurückzog, und die rohen Elemente drängten sich kühner hervor, je mehr die späte Stunde alle Gemeinheit aus ihren Höhlen lockte), sondern es hatten jetzt auch die Strahlen der Gaslaternen, die zuerst im Kampf mit dem sterbenden Tageslicht nur schwach gewesen, die Herrschaft erlangt und warfen über alles ein flackerndes, glänzendes Licht. Alles war dunkel und dennoch strahlend – gleich jenem Ebenholz, mit dem man den Stil Tertullians verglichen hat.

Die seltsamen Lichtwirkungen fesselten meine Blicke an einzelne Gesichter; und obgleich die Schnelligkeit, mit der die Menge da draußen in Licht und wieder in Schatten trat, mich verhinderte, mehr als einen Blick auf jedes Antlitz zu werfen, so schien es doch, als ob ich infolge meiner besonderen Geistesverfassung imstande sei, in einem Augenblick die Geschichte langer Jahre zu lesen.

Fortsetzung folgt.